Vegan Jordanien Kochkurs Beit Sitti

Geschmack des Orients – Jordanien & Kochkurs im Beit Sitti

Zugegeben, ich habe nicht viel von Jordanien auf meiner Reise gesehen, doch das was ich gesehen habe, macht Lust auf viel viel mehr!


Von Israel kommend, betrat ich im südlichen Akaba das erste Mal jordanischen Boden und wurde direkt vom hektischen Treiben der Stadt umarmt.  Trotz der Lage am Roten Meer konnte mich die Stadt nicht für sich gewinnen. Zu viele Touristen, zu viel Trubel und sture Taxifahrer mit unangemessenen Touristenpreisen. So machte ich mich direkt auf den Weg Richtung Norden nach Petra.


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Die antike Felsenstadt Petra gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und erlangte nicht zuletzt durch die Indiana Jones Filme globale Bekanntheit. Nicht nur das touristisch am meisten angesteuerte Schatzhaus, sondern auch all die anderen in Felswände gebauten Meisterwerke sind so enorm beeindruckend und wunderschön, dass ich jetzt noch Gänsehaut bekommen, wenn ich an meinen Besuch in Petra denke.


Mein Tipp: die Bauwerke unbedingt in den frühen Morgenstunden bestaunen, wenn Petra für Besucher geöffnet wird.


Früh am Morgen machte ich mich auf den Weg zur Felsenstadt und war überrascht, dass ich für mehr als eine Stunde fast völlig allein zu sein schien. Ich konnte stillstehen und die besondere Atmosphäre wirken lassen, die entsteht, wenn man als (kleiner) Mensch zwischen über 50 Meter hohen, engen Felswandschluchten wandelt und sich wie aus dem Nichts auf einmal das atemberaubendste Bauwerk, das Schatzhaus (Treasure), auftut. Diesen Moment nur mit einer handvoll Kamele und Beduinen – nicht  aber mit hunderten anderer Touristen  – teilen zu müssen  ist wirklich unbezahlbar!


Arabisch Kochen

Weiter ging es für mich nach Amman, der Hauptstadt Jordaniens im Norden des Landes. Und wie könnte ich meinen Stop-over bis zum Weiterflug am nächsten Tag wohl am besten nutzen? Richtig, mit essen – noch besser, wenn man gleich dazu lernt, wie man die traditionellen Köstlichkeiten selbst zubereitet.
Der Kochkurs von Beit Sitti (dem Namen entsprechend Grossmutters Haus) versprach traditionelle jordanische Küche. Auf Nachfrage wurden meine veganen Wünsche wie selbstverständlich berücksichtigt und somit kreierte ich parallel zur Gruppe aus 6 weiteren Teilnehmern, mein eigenes vegan adaptiertes Menü.

 

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Ma’aloubeh war das Herzstück des Menüs: ein jordanisches/arabisches Reisgericht, dass wohl auf keiner traditionellen Tafel fehlt.  Einfach in der Zubereitung aber reich an orientalischen Gewürzen, verbreitet es den typisch arabischen Flair. Besonders angetan bin ich vom vollmundigen Geschmack, der einfache Zubereitung aber genauso vom Abwasch, der bei Zubereitung des Gericht entsteht: 1 Topf! Na gut, vielleicht noch Messer, Schneidebrett und Löffel, aber das war es dann auch. Ma’aloubeh ist nämlich ein one-pot Essen, erfordert also gerade mal die Minimalausstattung einer Küche.

 

 

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Die vegane Variante von Ma’aloubeh besteht aus verschiedenen Schichten Gemüse (Tomate, Aubergine, Blumenkohl) und gewürztem Reis, die gemeinsam gegart werden um im Anschluss auf einen Teller gestürzt zu werden. Damit erklärt sich dann auch der Name, der mit upside-down (Sinngemäß: Oberseite nach unten)  übersetzt werden kann.


Weil natürlich kein arabisches Essen komplett ist ohne frisches Fladenbrot, entstand aus Mehl, Wasser, Hefe, Salz und Zucker im Handumdrehen noch unser Teig für Pitabrot, welches später nur noch zu kleinen Fladen geformt und im Ofen frisch gebacken wurde.

 


Ein Bauernsalat, Mouttabal (eine Beilage aus gerösteter Aubergine, hier kommst du zum Rezept) sowie einem süssen Nest aus Engelshaarpasta als Dessert komplettierten schließlich unser Menü.


Insgesamt war es ein überaus gelungener, locker gesalteter Abend, gefüllt mit anregenden Gesprächen, neuen Bekanntschaften und genügend Zeit, das Essen am Ende in entspannter Runde zu geniessen.


Beit Sitti ist zwar recht zentral in Amman gelegen, bildet aber eine kleine Oase inmitten der Stadt. Man kocht mit schönem Ausblick über Amman und hat eventuell das Glück auf der Terrasse einen entspannten Sonnenuntergang zu geniessen.


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Die Kochschule Beit Sitti wurde von 3 Schwestern ins Leben gerufen, die in Liebe zum Essen ihrer Grossmutter die besten Familienrezepte an Andere weitergeben möchten. Ein Konzept das wirklich stimmig ist. Sowohl beim Ambiente, der stilvoll eingerichtete Küche und der herzliche Betreuung beim Kochen spürt man die Liebe zum Detail!

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Insgesamt war das der ideale Abschluss meines viel zu kurzen Aufenthaltes in Jordanien. Empfehlen kann ich einen Besuch im Beit Sitti auf jeden Fall, besonders wenn ihr plant mehr als einen Tag in Amman zu verbringen, einen lockeren Abend mit leckerem Essen genießen möchtet oder aber eine kulinarische Einstimmung auf euren Jordanienurlaub sucht.

Einige Fakten zum Kurs
  • Dinner/ Lunch oder Frühstück – ihr habt die Wahl! Ich hatte mich für die Zubereitung eines Dinner entschieden
  • Je mehr Teilnehmer, desto günstiger wird es:  1 Person = 100 JOD (ca.135 EUR), 2 Personen = 100 JOD (ca. EUR) usw. ab 5 Personen = 30 JOD (ca. 40 EUR).
  • Die verwendeten Rezepte werden später jedem Teilnehmer per Mail zugesendet.
  • Nehmt euch etwas Zeit, die Beit Sitti zu finden, zu Fuss und nur mit Google Maps kann es eine echte Herausforderung werden! (Ich spreche da aus Erfahrung…)


Alles Weitere findet ihr auf der Homepage von Beit Sitti: http://beitsitti.com

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