Vegan Reisen Tel Aviv Vegan Tour

Sightseeing mal anders – Tel Aviv Vegan Tours

Tel Aviv ist die vegane Metropole Israels,  bietet unzählige kulinarische Highlights und mehr als 400 Locations, die unter dem Label veganfriendly  gelistet sind. Da kann es schon mal schwer sein, den Überblick zu bekommen und die besten Spots herauszufiltern.


Als beim Check-In zu meinem Hostel der Blick auf einen unübersehbaren Aushang an der Pinnwand fiel, war sofort klar: Volltreffer, hier bin ich richtig! Eine vegane Stadttour! Gesehen. Gebucht.


Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, das ist unser Tourguide: Eviatar Gover, der uns heute seine Stadt auf eine unkonventionelle Art schmackhaft machen wird. Er hat TLVEG-Tours (Tel Aviv Vegan Tours) Mitte 2015 ins Leben gerufen, um sowohl Touristen als auch Einheimische – vegan oder nicht – für die  Vielfalt der fleischfreien Alternativen in Tel Aviv zu begeistern.


Der Fokus ist klar: Spaß und Essen….VIEL Essen!


Eviatar selbst ist überraschenderweise gar kein Veganer, hat aber definitiv eine Schwäche für  gutes Essen. Das der Verzicht auf tierische Produkte dabei eher ein Gewinn als Verzicht bedeutet, zeigt er jedem Skeptiker gern mit seiner kulinarischen Sightseeingtour durch seine Heimat.


Unsere Gruppe besteht aus 8 Leuten, verschiedene Nationen mit individuellen Geschichten: ein junges Paar aus England, dass sich zwar nicht vegan ernährt aber im Internet von der Tour gelesen hat und sich spontan entschloss, daran teilzunehmen. Eine Israelin aus dem Norden des Landes, die extra nach Tel Aviv gereist ist, um ihren geplanten Start in eine komplett pflanzliche Ernährung zu erleichtern, sowie mehrere Alleinreisende, die etwas Neues ausprobieren oder einfach neue Bekanntschaften schließen möchten. Eines verbindet uns: wir haben Hunger! Fast alle haben Evitars Ratschlag ernst genommen, lieber das Frühstück zu reduzieren und Platz zu lassen – es werde VIEL zu verkosten geben! Und er sollte Recht behalten…

 

TLVEG Tour vegan2

links: Pita mit Hummus/rechts oben: Grünkohl-Salat im Zaka’im, unten: typisch Eviatar – immer gut drauf


Treffpunkt ist ein kleines Lokal namens Zaka’im,  dass sich pflanzlichem, regionalem und gesundem Essen verschrieben hat und schlicht, aber mit Liebe eingerichtet ist.  Wir werden bereits erwartet und sofort mit Kostproben des Menüs umsorgt. Zaka’im bereiten ihre Speisen frisch und nach saisonalem Angebot zu, setzen auf Bio-Ware und reduzierten Salzkonsum. Heraus kommt dann zum Beispiel ein roher Grünkohlsalat mit Wassermelone und einem Topping aus Nüssen und eingelegten Basilikumsamen.

Eine Wohltat für meinen knurrenden Magen!

 

Während wir in der Mittagssonne Tel Avivs zum nächsten Highlight spazieren, unterhält uns Eviatar gekonnt  mit Anekdoten und Geschichten der Stadt, verrät was er am liebsten isst (Sabich – für die vegane Variante einfach ohne Ei bestellen!) und wir bekommen den Tipp, unbedingt den Levinsky Markt zu erkunden.


Dann ist es soweit: das erste Mal Hummus für mich in Israel!


In dem kleinen aber offensichtlich sehr beliebten Eck-Imbiss  Garger Hazahav mit ausschließlich hebräischem Schriftzug an der Front gibt es eine Auswahl an Mezze (kleinen Vorspeisen), Pitabrot und Hummus. Einfach hinsetzen, plaudern und die Cremigkeit des berüchtigten Kichererbsendips auf der Zunge zergehen lassen – ich denke, so  fühlt sich das authentische Tel Aviv an, abseits der touristischeren Pfade.

Tel Aviv Vegan Tour

Türkische Vorspeisenplatte im Yom Tov Delikatessen


Ich zähle mittlerweile zu denen, die zugeben müssen, dass ihr Snack vor Tourbeginn eine ziemlich doofe Idee gewesen ist.


Weiter geht es ins Nanuchka, einer wahren Institution der veganen Szene Tel Avivs. Die Atmosphäre nimmt uns gleich gefangen, man sieht und spürt die Liebe der Besitzerin zu exzentrischer Kunst und fühlt sich sofort wohl.  Das ehemals fleischlastige georgisch inspirierte Restaurant hat sich erst vor Kurzem, quasi über Nacht zu einem komplett veganen Lokal gewandelt. Gäste laben sich nun an den vegan adaptierten,  ehemaligen Traditionsspeisen des Hauses, können tagsüber das fabelhafte Essen und am Abend Live-Musik an der Bar genießen. Skeptiker dieses Konzeptumwurfs konnten längst überzeugt werden und so findet man das Nanuchka stets gut gefüllt mit Gästen vor.


Nachdem wir uns in gemütlicher Runde durch die Spezialitäten des Hauses probieren durften, geht es für uns weiter.  Mit einem kurzen Zwischenstopp im Delikatessenladen (Yom Tov Delikatessen)  einer türkischen Familie und reichlich Kostproben einer typischen Vorspeisenplatte kehren wir bei Bar Kayma ein.

 

TLVEG Tour vegan Collage

links: Endlich Hummus!!, rechts: Pita mit Seitan und Tahini in Bar Kayma


Ohne die TLVegan Tour hätten wir diesen Spot wohl kaum gefunden. Bar Kayma ist mehr als ein Restaurant. Das  gemeinschaftiche Finanzierungskonzept verrät den alternativen Charakter des Lokals, welches auf Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und den Vertrieb fairgehandelter Produkten setzt. Neben regelmäßiger Live-Musik wird in dem kleinen Restaurantbereich ein veganes Menü und sogar eine milchfreie Alternative von Labaneh angeboten. Hergestellt aus Cashewnüssen und serviert mit einem Hauch  Olivenöl schmeckt diese Variante des arabischen „Jogurts“ einfach köstlich. Dazu ein grosser Teller mit knusprig, warmen Pitabrot, welches mit delikat gewürztem Seitan, frischen Tomaten, Nüssen sowie cremigen Tahinidressing belegt wurde. Ein kurzer Ausflug auf die Dachterasse verrät, woher unsere Tomaten stammten: in einem kleinen Öko-Garten gedeihen hier Kräuter, Tees und Gemüse, welche sich bei nächster Gelegenheit auf dem Teller des Gastes wiederfindet.


Mit vollen Bäuchen steht uns nun der süße Abschluß unserer Tour bevor. Eine vegane Bäckerei serviert Brownies an alle, die noch freie Magenkapazität vorweisen können. Ich gehöre leider nicht dazu.


Am Ende der Tour bin ich satt und glücklich. Glücklich darüber, dass ich in den nächsten 2 Wochen meines Aufenthaltes in Tel Aviv nicht hungern muss. Im Gegenteil,  ich werde mich durch die verbleibenden ca. 395  veganen Spots der Stadt essen und zu meiner privaten veganen Stadttour aufbrechen.


Adressen der besuchten Lokale

Zaka’im, Simtat Beit HaSho’eva 20, Tel Aviv

Garger Hazahav, Levinsky 30, Tel Aviv, Israel

Nanuchka, Lilienblum St. 30, Tel Aviv

Yom Tov Delicatessen, Levinsky 43, Tel Aviv

Bar Kayma, Ha-Mashbir St. 22, Tel Aviv

vegane Bäckerei (Adresse leider unbekannt)



Die Tour könnt ihr über die TLVEGAN Facebook Seite buchen und Kontakt mit Eviatar aufnehmen. Viel Vergnügen :-)

 

Für die besten Tipps um in Tel Aviv vegan essen zu gehen schau auch bei meinem Guide für veganes Essen in Tel Aviv oder dem Guide über veganes Essen in Israel vorbei!

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