Vegan Marokko Vegan Guide

Vegan Guide Marokko

Wieso ich meine Weltreise in Marokko beginne? Na des guten Essens wegen! Auf diese Antwort hin, wurde mir in Marokko mehr als einmal kopfschüttelnd vermittelt, dass ich es hier als Veganer vermutlich schwer haben werde. Schnell wurde mir klar, dass das Konzept von Vegetarismus oder gar Veganismus im traditionellen Marokko praktisch nicht vorhanden ist. Vielmehr gilt Fleisch als Ausdruck von Wohlstand und somit wird dem freiwillige Verzicht auf ebendieses mit leichtem Unverständnis begegnet. Glücklicherweise lässt sich in dieser Hinsicht ein langsames Umdenken beobachten…


Die gute Nachricht: entgegen diesen Befürchtungen, fiel es mir erstaunlich leicht, mit veganen Ansprüchen hier nicht nur zu überleben,  sondern das Land auch in vollen Zügen zu genießen. Es gibt wundervoll vegetarische/vegane Gerichte, die aus frischen und überwiegend saisonalen Produkten zubereitet sind. Darunter z.B. Vorspeisenvariationen aus Okraschoten, Paprika, Auberginen, eingelegte Artischocken, gefülltem Gemüse und Variationen von Brot. Zudem kann man aus einem großen Angebot von marktfrischem Gemüse und Obst sowie köstlichen Trockenfrüchten schöpfen.

Nur Kreuzkümmel sollte man mögen, sonst könnte es teilweise tatsächlich schwierig werden ;-)

DAS GEHT IMMER


Zaalouk/Zalouk

Dieser „Salat“ aus gerösteten Auberginen und Tomaten gilt als Klassiker der marokkanischen Küche, gewinnt aber sicherlich keinen Schönheitspreis. Besonders in Kombination mit arabischem Fladenbrot oder knusprig geröstetem Baguette wird Zaalouk ein Genuss und eignet sich auch zum nachmachen zuhause (Rezept:  z.B. hier).

 

Baisara

Bassara ist eine reichhaltige, dicke Erbsensuppe, die mit Olivenöl und Kreuzkümmel getoppt wird.  Die Suppe fällt wohl eher unter die Rubrik der traditionellen Hausmannskost und wird von Marokkanern auch gern morgens gegessen. Leider findet man sie erfahrungsgemäß meist nur in kleineren (nicht touristischen) Lokalen. Daher lohnt es sich besonders, die Empfehlung von Einheimischen einzuholen.

Harira

Eine weitere, meist vegane Suppe ist Harira, bestehend aus verschiedenen Bohnensorten und Linsen, abgerundet mit Koriander, Zimt und Ingwer.  Die Suppe ist sehr sättigend und kann sehr gut auch als Hauptmahlzeit gegessen werden.
Achtung: es gibt auch Varianten mit Fleischeinlage, daher würde ich vorher nachfragen, wenn es nicht auf dem Menü vermerkt ist.

Vegan Reisen Marokko Harira Suppe
Vegan Reisen marokkanischer Salat

Marokkanischer Salat

Hauptbestandteile dieser simplen Vorspeise, die auf fast jeder Speisekarte zu finden ist, sind Tomate, Gurke, Zwiebel.  Kreuzkümmel und Minze sorgen für eine orientalische Note.

Tajine und Couscous

Der Klassiker: Tajine/Tagine und Couscous! Es gibt kein marokkanisches Restaurant, welches nicht mindestens eines der beiden Gerichte anbietet. Dabei handelt es sich um 2 separate Speisen: Bestellt man Tajine, bekommt man das im Schmorgefäß, der „Tajine“, gegarte Gemüse. Durch diese Art der  Zubereitung bleibt das Gemüse saftig und bekommt durch die verwendeten Gewürze individuellen Geschmack.  Serviert wird die Tajine mit frischem Fadenbrot (das wird traditionell dazu verwenden, um damit Gemüse und Soße aufzunehmen und zu essen, ganz ohne Besteck). Es lohnt sich auf jeden Fall auch ein Blick ausserhalb der belebten Touristenstraßen zu werfen. Die leckerste Tajine habe ich in einem kleinen, unscheinbaren „Straßenlokal“ in Essaouira genossen – einfachste Zutaten aber köstlich gewürzt!


Fällt die Entscheidung auf eine vegetarische Variante des Couscous, so wird dieser oft mit geschmortem Gemüse mit Kichererbsen serviert. An Couscous wirst du in Marokko sowieso nur schwer vorbeikommen: ob herzhaft oder süss, als Beilage oder Suppe – er wird immer und überall gegessen.

Vegan Tajine Tagine marokko
SWEETS

Saisonales Obst

Das bekommst du immer und überall. Frisch vom Markt oder in Restaurants.


Trockenfrüchte/Nüsse  

Was immer dein Herz begehrt – in Marokko bekommst du es! Sicher kennst du die getrocknete Variante von Dattel, Feige und Co. aus Deutschland, doch solltest du diese auch unbedingt einmal in Marokko probieren! Mein Favorit: die riesigen und zuckersüßen Medjoul-Datteln, die ich sowieso immer als Snack dabei habe.


Baghrir

Ja, auch in Marokko isst man Pancakes! Aber nicht irgendwelche. Der Assoziation in einen Schwamm zu beißen, kann man sich beim Anblick der durchlöcherten Pfannkuchen kaum entkommen. Doch genau das macht deren Besonderheit aus: durch die fluffige Konsistenz und die besondere Oberfläche, wird die „Soße“ bzw. Sirup besonders gut aufgenommen. Unbedingt selbst probieren! Eine vegane Variante dazu findest du auch im Blog unter der Rubrik Rezepte (oder klick einfach hier).

Achtung: Es gibt von Ort zu Ort verschiedene Rezepte, u.a. mit Ei und Butter. Besser nachfragen!


Minztee

Ob zur Begrüßung im Hotel, beim Schlendern in den Souks, zur Einladung bei Locals – an dem süßen Getränk wird wohl keiner vorbeikommen. Wieso sollte man auch? Minztee sorgt für den konstant hohen Glukosespiegel während deiner Marokkoreise – es sei denn du magst keine Minze…oder keinen Tee… Beides ziemlich unerfreulich in Marokko! (meine Empfehlung: Zucker separat dazu bestellen und selber süssen!)


Marokkanisches Gebäck: die klebrig süßen Kleinigkeiten werden überall angeboten, sind aber leider meist mit Butter hergestellt und somit nicht vegan – zumindest konnte ich keine vegane Variante entdecken. (Tipps dazu sind herzlich willkommen!)

Vegan Reisen Marokko Essen
LOW-BUDGET unterwegs? – Kein Problem!

Während du auf die Bestellung wartest, bekommst du grundsätzlich Brot (+Oliven) gereicht – die Vorspeise kannst du dir also getrost sparen!


Als Selbstversorger mit eigener Küche ist natürlich der Einkauf auf lokalen Märkten ein Muss! Und hier heißt es: Handeln! (Am besten kennst du schon ein paar Locals, die für dich die Preise auf ein faires Niveau bringen). Schau dich alternativ nach dem Marktabschnitt um, wo Marokkaner selbst einkaufen, meist sind diese durch einen separaten Eingang erreichbar (so z.B. in Marrakesh und Essaouira). Frag einfach mal nach! Da kaum ein Tourist dort kauft, kannst du hier gute Schnäppchen für deinen täglichen Bedarf machen und bekommst annähernd gleich Konditionen wie Einheimische. Wie immer gilt: je mehr du kaufst, desto besser kannst du den Preis verhandeln.

STREETFOOD / SNACKS

überall erhältlich und durchweg köstlich! z..B..:

  • frisch gepresster Oragen-/Grapefruitsaft
  • frisches Obst (vorgeschnitten)
  • Kokusnuss (geschnitten)
  • marokkanisches Fladenbrot
  • Trockenfrüchte
  • Nüsse

Vegan Reisen Marokko Vorspeisen
   Reise KNOW-HOW

Trinkgeld:  ca. 10%

Sprachen:  Arabisch +++ / Französisch ++ / Englisch + (v.a. in Städten)

Reisen während Ramadan: Rechne mit mäßigen (in Städten) bzw. grösseren (ländliche Regionen) Einschränkungen bezüglich geöffneter Restaurants (+ Alkoholausschank) während des Fastenmonats Ramadan.
Tipp: Grundsätzlich empfiehlt es sich im Zweifel immer nochmal nachfragen, ob Gemüse- oder Fleischbrühe für ein Gericht verwendet wurde. Gerade abseits von größeren Städten ist es nicht selbstverständlich, dass die Restaurants immer eine vegetarische Variante von Couscous oder Tajine vorrätig halten: so kann es passieren, dass nur die Fleischeinlage – mehr oder weniger gut – aussortiert wurde und dies dann dem Verständnis eines vegetarischen Gerichtes entspricht.

Veganfreundlich?
Veganfreundlich?
Grundsätzlich ja. Gute Auswahl an Gerichten. Jedoch sind oft Nachfragen nötig.
Sojamilch & Co.
Sojamilch & Co.
Im Cafè/Restaurant: sehr selten

Im Supermarkt: ja, z.B. Carrefour. Vereinzelt auch in kleinen Shops sogar in der Medina. Preis: 3-6 Euro/Liter

Yoga_50_transp
Body and Mind

Auch wenn in Marokko sicher nicht das Yoga erfunden wurde, so gibt es doch mittlerweile eine gute Auswahl an Retreats und drop-in Angeboten: Entspannte Hotspots dafür findest du vor allem entlang der Atlantikküste im Westen des Landes, z.B. Essaouira, Taghazout und rund um die größeren Städte (Casablanca, Adagir) – oftmals auch in Kombination mit Surfangeboten. Als Kontrastprogramm dazu,  finden einige Yoga-Retreats auch in der Sahara Wüste statt.


Mein Tipp für Städtereisende: buche dir einfach eines der unzähligen Hotel/Hostels mit Dachtrasse (selbst günstige Unterkünfte haben meist eine) und genieße dein Workout ganz entspannt über den Dächern der Stadt bei Sonnenaufgang. Es lohnt sich!

7 Comments

  • Was für ein spannender Beitrag! Du triffst damit genau meinen Geschmack :) Ich suche auch immer nach lokalen vegetarischen und veganen Gerichten. In Marokko war ich noch nicht, werde mir aber ein paar der Gerichte die du hier beschrieben hast und die ich noch nicht kannte merken, falls es mich mal dorthin verschlägt!
    Liebe Grüße,
    Ela

    September 17, 2015 at 1:23 pm
  • Philip

    Antworten

    Sehr spannende Sache! Ich will demnächst wohl auch in Richtung Marokko aufbrechen und freue mich, hier gute Tipps zu finden! War ja doch etwas skeptisch, was das vegane Angebot dort angeht. Da ich keinerlei Französisch spreche hoffe ich, mich dort verständlich machen zu können. Aber jetzt weiß ich zumindest mal, wonach ich kulinarisch Ausschau halten kann.
    Danke und weiter eine gute Reise dir!!
    Philip

    November 4, 2015 at 9:36 pm
  • Ich war zwar schon 2x in Marokko, aber noch nie in einem richtigen Supermarkt einkaufen, nur in solchen kleinen Tante Emma Lädchen. ;) Denke aber, dass ich nächsten Winter nicht drumrum kommen werd, wenn ich mal mehrere Monate dort bin. Weißt du zufällig, ob es in größeren Supermärkten auch Pflanzenmilch und Erdnussbutter gibt? :D

    Als ich in Marokko doch mal Lust auf Süßigkeiten hatte, hab ich mir einfach Oreos gekauft, die gibt es ja überall. :D Aber ich muss sagen, dass ich die Gelegenheit, dass es mal nicht so viel veganes Zeug gibt, ganz gerne nutze, einfach mal sehr simpel und gesund zu essen. Mach ich zwar ohnehin, aber dann eben doch nochmal mehr – gezwungenermaßen. ;) Kann man also auch positiv sehen, wenn man mal nicht ständig Zeug wie vegane Schoki zur Verfügung hat. :D

    Januar 11, 2017 at 5:55 pm
  • Hey Vilia,

    danke für die Antwort! :)

    Ich würde gerne in einem Surfcamp im Süden arbeiten, war letztes Jahr schonmal in einem Camp in Aourir. :) Und falls das mit der Arbeit nicht klappt, dann werde ich trotzdem eher dort in der Gegend an einem Ort bleiben und nicht groß rumreisen, ich möchte ohnehin die meiste Zeit nur surfen. ;) Das mit dem Preis kann ich mir vorstellen.. das letzte Mal in Rabat bin ich auch viel mit einem marokkanischen Freund rumgelaufen, das erleichtert auch schon so sehr viel, mein Französisch ist leider ziemlich eingerostet und Englisch kann dort ja nun doch nicht jeder. ;) Hier esse ich so gut wie nie Oreos, aber so als Notfall-Food sind die ganz gut. :D

    Dankeschön, dir auch weiterhin für deine Reisen! :)

    Januar 14, 2017 at 2:05 pm

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