Vegan Reisen Tipps

How-to: Weltweit Vegan Reisen

Mit veganer Ernährungsweise um die Welt zu reisen, klingt für viele nach einer riesigen Herausforderung und meist ernte ich mit Aussage dieses Details fast mitleidige Blicke. Typischen Reaktionen à la „Was kannst du denn da ÜBERHAUPT noch essen??“ oder „Du kannst dich doch nicht nur von Salat ernähren!“ wird dann nochmal mit ernsthaft besorgtem Blick Nachdruck verliehen. Recht haben sie! Man kann sich nicht nur von Salat ernähren. Will ja auch keiner…


Da das Reisen für Veganer aber tatsächlich in einigen Ländern zu einer Herausforderung werden kann, habe ich hier meine Tipps dazu zusammengefasst, damit du deine nächste Reise entspannter angehen kannst.


Eines kann ich schonmal vorwegnehmen: Alles halb so wild! Ich bin nun seit  7 Monaten unterwegs, von Europa, Afrika nach Asien und kann stolz berichten, dass ich nicht verhungert bin – und das als Veganer…


1 REISEPLANUNG


Nutze vegane Reiseangebote – Lass andere für dich denken!


Die Deutschen reisen gern und viel. So gibt es Reiseveranstalter, die sich auf Rentner, Studenten oder Singles spezialisiert haben. Was läge da näher als auch die rasant wachsende Zahl an Menschen mit vegetarisch und veganen Vorlieben zu bedienen? Natürlich wurde auch diese Marktlücke bereits erkannt und daher kannst du heutzutage gezielt vegan(freundliche)Hotels oder deinen kompletten Pauschalurlaub mit Rundumverpflegung buchen.


Anbieter findest du hier:

 


If you fail to plan, you plan to fail.


Vorbereitung ist alles. Zumindest kann es dir eine Menge Nerven ersparen.


Am Flughafen:

Die Flughafen-Bistros dieser Welt sind oft nicht besonders veganfreundlich geschweige denn gesund.  Bring dir dein Essen lieber selbst mit, dann bist du auch gewappnet, falls dein Flug Verspätung haben sollte.

Am besten eignet sich Fingerfood: z.B. Gemüsesticks mit Hummus, belegte Brote, Bananenbrot, (herzhafte) Muffins oder Obst.


Im Flugzeug:

Check das Essensangebot deiner Airline im Vorfeld. Die meisten bieten mittlerweile auch ein veganes Menü zur Auswahl, was du im Vorfeld auswählen musst (z.B. beim Online Check-in). Ansonsten frage einfach mal nach, denn die Nachfrage bestimmt bekanntlich das Angebot.


Ich nehme mir dennoch immer eine Kleinigkeit in den Flieger mit, falls meine Sonderbestellung vergessen wurde (ja, leider schon passiert) oder mir nicht schmecken sollte (des öfteren schon passiert.

Denk dran: Keine Suppen oder Smoothies &  besser nichts wofür du ein Messer benötigst (Sicherheitskontrolle!)

Mix it, Baby! Deine Küche im Koffer


„Und was hast du so im Handgepäck?“ – „Ach nur das Übliche: Nackenkissen, Laptop, Kamera, Mixer…“

Mixer?? Das sorgt vielleicht einmal mehr für komische Blicke bei der Sicherheitskontrolle, dafür kannst du dich aber auch guten Gewissens zurücklehnen, was die Verpflegung während deiner Reise angeht.

Gerade wenn du als Langzeitreisender unterwegs sein solltest, lohnt sich eine Abwägung des Für und Wider der Extrakilos.


Ich möchte meinen Mixer nicht mehr missen, der mir einfach mehr wert ist als 2 Extrashirts und die Jeans (die ich noch kein einziges Mal angezogen habe) im Rucksack. Klamotten raus, Mixer rein!


Seitdem gibt es morgendliche Smoothies, Dips für Gemüsesticks, Saucen und auch (Rohkost)suppen sind kein Problem – und das ist unabhängig davon, wo ich wohne, ob ich eine Küche zur Verfügung habe oder nicht.

 

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Smoothie-Bowl zum Frühstück! Allein dafûr hat sich der Mixer gelohnt!


Tools, die bei mir immer dabei sind:

  • Mixer (meine Empfehlung: den Personal Blender verwende ich seit langem zuhause, mit 1,2kg ist er aber auch der perfekte Begleiter unterwegs!)
  • Spiralschneider (mein Favorit: Spiralschneider von GEFU – leicht und perfekt für zuhause und auf Reisen)
  • Schüssel (aus Plastik oder einem anderen leichtem Material)
  • Löffel, Gabel, (Taschen)messer
  • Sparschäler

 


2 UNTERKUNFT


Buche Unterkünfte mit Küche


Ich bin ein grosser Fan von AirBnB, einem Portal, dass dir ermöglicht, ein Zimmer, eine Wohnung oder ein ganzes Haus für deinen Urlaub zu bewohnen. Für mich die ideale Lösung sowohl für einen Kurzurlaub, aber besonders für Langzeitreisende.


Neben dem Kontakt zu lokalen Menschen nutzt du die Vorteile einer komplett eingerichteten Wohnung während deiner Reise (individuell verschieden!) – oft sind dies nicht nur Küche, die Küchengeräte und WiFi sondern auch Waschmaschine und Co. inbegriffen.


Auf den Luxus von Zimmerservice und Hotelfrühstück kann ich dann gern verzichten. Und mal ehrlich, die vegane Auswahl am Frühstücksbuffet lässt eh meist zu wünschen übrig. Ob gemütliches Frühstück im Bett oder ein chilliger Abend mit Ofenkartoffeln auf dem Sofa – mit der eigenen Küche hast du maximale Unabhängigkeit auf Reisen.

  • AirBnB (melde dich über diesen Link kostenlos an und spare bei deiner ersten Buchung 18 Euro!)
  • Homestay.com (Übernachte bei Locals und nutze die Vorteile einer komplett eingerichteten Wohnung)

 

Couchsurfing

Couchsurfing ist eine geniale Form des Reisens, bei der du neue Bekanntschaften machst und gleichzeitig vom Wissen deines Gastgebers profitieren kannst. Wo gibt es den besten Kaffee der Stadt und was solltest du auf keinen Fall verpassen? In welchen Restaurants solltest du unbedingt essen gehen? Such dir nicht wahllos einen Gastgeber, sondern gezielt nach Leuten, die deinem Profil entsprechen. Neben der Suche nach veganen Hosts (Keyword-Suche „vegan“!) schaue ich mich auch immer im Forum um ( es gibt eine Gruppe für veggie-Reisende: „vegetarian and vegan“).


3 VOR ORT


Nutze dein Smartphone


Tools zum Finden von veganen Essenoptionen, Restaurants oder Bioläden gibt es mittlerweile einige. Im Teil 2 des Artikels über veganes Reisen stelle ich dir Tipps und Apps zum veganen Reisen vor, mit denen du weltweit veganes Essen findest.

 

Sei nicht schüchtern!


Sag von vorn herein, was Sache ist! Sowohl dein Hotel oder Reiseveranstalter als auch deine eventuelle Gastfamilie sollten zeitig bescheid wissen, dass du keine tierischen Produkte isst. Gib ihnen Zeit, darauf zu reagieren, Alternativen für dich vorzubereiten und sich darauf einzustellen.

So vermeidest du ausserdem unangenehme Momente, in denen du z.B. das liebevoll vorbereitete Willkommensessen (zur Feier des Tages gibt es natürlich Fleisch…) ablehnen musst oder täglich beim Hotelpersonal nach Sojamilch fragen musst.


Bring dein Essen mit


Du willst energiegeladen in den Tag starten, dich nicht vom Toastbrot und Marmelade deines Hostels ernähren? Dann nimm dein Frühstück selbst in die Hand! Egal wo ich bin, in meinem Rucksack befinden sich immer Haferflocken (und Zimt). Einfach (heißes) Wasser, und eventuell frisches Obst dazu und ich habe mein Lieblingsfrühstück immer parat.

Immer einen Snack in der Handtasche zu haben, hat sich ebenfalls bestens bewährt. Bei mir sind das meist Nüsse, Trockenobst, Äpfel oder Rohkostriegel. Das findest du in jedem Land bzw. kannst es von zuhause mitnehmen.

 

Porridge

Haferflocken, Mandelmilch und lokale Früchte – die Gewinner-Combo am Morgen!

 


Ja, es gibt tatsächlich auch im Ausland Supermärkte.


Angekommen an einem neuen Ort führt mich mein erster Ausflug nicht etwa zur Touristeninformation sondern in den Supermarkt! Ich liebe es, all die fremden Dinge zu erkunden, die andere Länder so zu bieten haben. Bin ich ein paar Tage an einem Ort, decke ich mich dort mit den Basics ein: für mich sind das Obst, Haferflocken und  (Soja- oder andere Pflanzen)milch für mein Frühstück. Bleibe ich irgendwo längere Zeit, liebe ich es auf einheimischen Obst- und Gemüsemärkten zu stöbern. Oft ist das Angebot dort günstiger und frischer.


Je ne mange pas de viande – Ich esse kein Fleisch


Du kommunizierst problemlos in 6 Sprachen oder reist sowieso nur innerhalb der deutschen Grenze? Glückwunsch, dann kannst du diesen Punkt getrost überspringen!

Für alle anderen gilt: wissen, wo es steht. Denn kaum etwas ist im Zweifel so wertvoll, wie die Möglichkeit, sich in der Landessprache verständlich zu machen und sagen zu können, was du auf deinem Teller haben möchtest und besonders WAS NICHT! Besonders hilfreich ist dieses Wissen auch im Supermarkt, um Inhaltsstoffe zu verstehen

  • ivu.org (wichtige Phrasen in vielen Sprachen)
  • Veganpassport (die wichtigsten Sätze in (fast) jeder Sprache)


Mitleid? Aber gern doch! – So gelingt deine Bestellung im Restaurant!


„Ich esse vegan!“ Während in Deutschland mittlerweile jeder weiß, was diese Aussage für meine Speisenauswahl bedeutet, ist das im Ausland leider oft eine Seltenheit. Die Frage nach veganem Essen versteht bei weitem nicht jeder – sei es aus Unverständnis (wieso sollte man auf „wertvolles“ tierisches Protein freiwillig verzichten wollen??), Unwissen (ja, Fischsoße ist auch Fisch!) oder Ignoranz (ein Ei ist kein Ei…das kann man sicher auch einem Veganer servieren).


Der Ausweg: ich bin allergisch – und zwar hochgradig! Diese Aussage führt definitiv zu mehr Sorgsamkeit in der Zubereitung meines Essens. Die mitleidigen Blicke und das besorgte Nachfragen, ob das dann auch für Sahne gelte (dabei sei diese doch für das Salatdressing E-S-S-E-N-T-I-E-L-L!) nehme ich dann gern hin und freue mich über mein Essen, dass mit besonders viel Aufmerksamkeit zubereitet wurde! Es möchte ja keiner dafür verantwortlich sein, wenn ich aufgrund der versteckten Kuhmilch im Dessert Luftnot bekomme…


Meist gebe ich an, dass ich vegetarisch esse, allerdings allergisch auf Eier, Milch und Milchprodukte reagiere.


Sei aufmerksam, was dir tatsächlich serviert wird


In vielen Ländern der Welt wirst du auf deine Nachfrage, ob die Pancakes auch vegan sind nur ein unverständiges Schulterzucken oder ein selbstverständlich  nettes Kopfnicken mit breitem Lächeln ernten. Universelle Übersetzung: „VegaWAS? Ich habe keine Ahnung!“ Während vor allem in touristischeren Zentren der Begriff des Vegetarismus meist gängig ist, versteht in manchen Gegenden kaum jemand, was unter vegan zu verstehen ist.

Gerade in Asien wird meist Geflügel und Fisch nicht als Fleisch gewertet und landet schnell in deinem eigentlich „vegetarisch“ bestelltem Gericht. Daher zähle im Zweifel ALLES auf, was nicht in dein Essen gehört (v.a. Fisch, Geflügel, Seafood, Fischsoße, Butter)


Falls es doch einmal passieren sollte, sei selbstbewusst und weise freundlich darauf hin und schärfe damit das Bewusstsein für vegetarische Ernährung.


Entspann Dich!


Du bist im Urlaub, willst geniessen, Menschen und Kulturen kennenlernen und denkst die ganze Zeit nur daran, wo du Essen herbekommst, dass deinen Ansprüchen gerecht wird? Unabsichtlich passiert das sicher schneller als man denkt, alles dreht sich ums Essen.
Da fehlt im Ausland auf einmal die gewohnte Umgebung, das Stammlokal und der Bioladen um die Ecke, bei dem du zuhause auch im Halbschlaf veganes Essen finden konntest.
Wenn du dir Punkt 1 und 2 bereits umgesetzt hast, solltest du dich sowieso entspannt zurücklehnen können. Aber auch falls du nicht mit Mixer unterwegs bist, ist das kein Grund, gleich panisch zu werden. Mach dir klar: selbst im abgelegensten Hinterland wirst du nicht verhungern, frisches Obst und Gemüse gibt es überall. In jedem Land gibt es Standardgerichte, die unabsichtlich bereits vegan sind bzw leicht zu veganisieren sind (z.B. ohne Ei bestellt werden können)

Dein ultimativer Tipp fehlt noch? Ich bin gespannt in den Kommentaren darüber zu lesen!

 


Gute Reise!

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